Aufruf: Beteiligt euch am transnationalen Sozialstreik am 1. März

Gegen Grenzen, Ausbeutung und Diktatur in Europa! 1st of march: Actionday for transnational social-strike (english version below)

Die Verfassheit Europas wurde auf verschiedenen Aktionstagen und Demonstrationen in den letzten Wochen immer wieder beschrieben. Es steht nicht gut. Gewerkschafter_innen und Aktivist_innen verschwinden immer wieder für Jahre in Knästen. An den Grenzen bzw. in den Parlamenten wird entschieden, welche unserer geflüchteten Kolleg_innen leben dürfen und zu welchen Bedingungen. Nicht zuletzt hoffen rechte Organisationen in ganz Europa auf den Vorabend eines neuen europäischen Faschismus. In dieser Situation stehen wir als radikale Linke weitestgehend ratlos da.

Doch nun tut sich was. Unter der Losung „24 Stunden ohne uns! Für einen transnationalen Sozialstreik!“ schließen sich seit letztem Herbst immer mehr Gruppen aus verschiedenen Strömungen einer radikalen Linken zusammen. Ziel ist es, eine wirtschaftliche Gegenmacht aufzubauen, indem wir europaweit politische Streiks initiieren, die die herrschenden Institutionen nicht mehr ignorieren können, weil es an ihre Profite geht. Mit diesen Streiks soll gleichsam eine Brücke zwischen verschiedenen Gruppen und Millieus von Ausgebeuteten und Prekarisierten gebaut werden, die bisher viel zu selten wirklich zusammen kämpfen. Aus diesem Grund haben wir uns zusammengeschlossen: vom sozialen Zentrum bis hin zum landesweiten Bündnis, von der autonomen Gruppe, über rätekommunistische Netzwerke bis hin zu anarchosyndikalistischen Gewerkschaften, von Spanien bis Schweden, von Frankreich bis Bosnien.

An diesem ersten März werden wir das Ziel eines tatsächlichen wirkungsvollen Streiks zumindest in Nordeuropa noch nicht erreichen können. Es ist mehr Vorbereitung, Sammlung der Kräfte und Konzeption eines Streiks, der in vielen Ländern illegalisiert werden wird, nötig.

Wir rufen euch trotzdem auf: Bleibt an diesem Tag doch vielleicht mal zu Hause, seid zufällig krank, nehmt keine Aufträge an, organisiert im bestehenden Arbeitskampf einen eintägigen Warnstreik oder arbeitet an diesem Tag mit den Kolleg_innen extra langsam. Denn gerade in Deutschland braucht es auf dem Weg hin zum politischen Streik vor allem eines: Routine und Akzeptanz der Aktionsform unter den Kolleg_innen, Mitschüler_innen, Kommiliton_innen.

Vermutlich gibt es schon im Herbst den nächsten Anlauf für einen transnationalen Generalstreik. Damit dieser dann mehr Wirkung entfalten kann, wollen wir das Konzept am 1. März öffentlich präsent machen und diskutieren. Dazu laden wir ab 15 Uhr auf den Albertplatz zum „Streik auf verlorenem Posten“. Euch erwarten Redebeiträge, aber auch Diskussionsrunden und Informationen rund um die rechtliche Situation politischer Streiks, Aktionsformen und die Möglichkeiten für einen breiten Arbeitsausfall.

Also nochmal kurz und knapp:

1. März, morgens – ausschlafen für die Sache!

1. März, 15-19 Uhr – Redebeiträge und Diskussionen am Albertplatz.

Infos und News lokal: dresden.fau.org & twitter.com/fau_dresden

Infos transnational: transnational-strike.info & twitter.com/TssPlatform

ENGLISH: Aufruf: Join the Transnational Social Strike on 1st of March Against borders, exploitation and dictatorship in Europe!

The shape of Europe was frequently discussed at various action days and demonstrations in the last weeks. It’s in a bad shape. Unionists and activists again and again disappear in prison for years. Whom of our refugee colleagues are allowed to live and among which conditions is decided at the borders or in the parliaments. Last but not least right-wing organizations all over Europe are working towards a new European fascism. In this situation we as the radical Left most widely stand helpless.

But now something’s cooking. Since last autumn more and more groups of different movements in the radical Left unite under the slogan „24 hours without us! For a transnational social strike!“. The aim is to establish an economic countervailing power by initiating Europe-wide political strikes which can’t be ignored by the dominant institutions, because their profits get affected.
These strikes shall build a bridge between different groups and milieus of exploitees and precarised ones, who rarely really fight together until now. For that reson we band together: from the social centre to the state-wide alliance, from the autonomous group to council communist networks to anarcho-syndicalist unions, from Spain to Sweden, from France to Bosnia.

On this 1st of March we won’t achieve the aim of a really effective strike yet, at least in Northern Europe. More preparation, collection of strength and conception of a strike – which will be illegalized in many countries – is necessary.

Nevertheless we call you: Stay at home this day if possible, be ill accidentally, don’t accept orders, if you are within a labour conflict organize a warning strike, or work extra-slowly with your colleagues this day. Because on the way to political strike, especially in Germany, what we need is most of all: routine and acceptance of this form of action amongst colleagues, schoolmates and fellow students.

The next attempt for a transnational general strike will presumably already be in autumn. To make the next political strike more effective, we want to present and discuss the concept publicly on the 1st of March. Therefore we invite you to come from 3 pm on to Albertplatz to our ‘Strike picket in the middle of nowhere’. We will have some speeches, but also discussions and information around the legal situation of political strikes, forms of action and possibilities for a broad stoppage.

Again, short and crisp:

1st of March, in the morning – sleeping in for the cause!

1st of March, 15-19 Uhr – Speeches and discussions at Albertplatz.

Local Info and News: dresden.fau.org & twitter.com/fau_dresden

Transnational Info: transnational-strike.info & twitter.com/TssPlatform