Bettellobby Dresden: Armut bekämpfen, nicht Arme!

Wir sind Teil der Bettellobby Dresden.
Was soll das?
In Dresden wird über ein so genanntes Bettel-Verbot, ggf. nur für Kinder und Jugendliche, diskutiert. In der medialen und politischen Diskussion wird auch über ein generelles Bettelverbot gesprochen. Hierbei werden immer wieder Behauptungen (“Bettelmafia”) und Vorurteile („Armutsmigranten“ = Roma) laut. Es gibt kaum jemanden, der widerspricht. Am 19. September wird in Dresden eine Polizeiverordnung veröffentlicht und im Anschluss medial und im Stadtrat diskutiert werden. Die bisherige Debatte zeigte, dass die Betroffenen nicht zu Wort kommen, und es außerdem zur Vermischung von “Roma” und “Betteln” kam.
Um in den sozialdarwinistischen und rassistischen öffentlichen Diskurs einzugreifen, organisieren wir verschiedene Veranstaltungen.

Die erste Veranstaltung am 06.09., ein Fachgespräch zu Bettelverbot, Medien und Antiromaismus, hat nun schon stattgefunden. Jetzt geht es folgendermaßen weiter:

Für morgen, Dienstag, 19.09., haben wir für 17 Uhr ein Pressegespräch im Rathaus organisiert.

Mittwoch zeigen wir einen Film und diskutieren  im Kosmotique, am Donnerstag tun wir dasselbe noch öffentlicher, nämlich am Külzring, nahe der Prager Straße, am Kältebus der Treberhilfe.

Hier die Ankündigung dazu:

Mittwoch 20.09, 20 Uhr im Kosmotique // Donnerstag, 21.09., 18 Uhr Dr.Külz-Ring/Wallstraße (vor Maredo): Film und Diskussion: Nicht Arme bekämpfen sondern Armut

In Dresden wird über ein so genanntes Bettel-Verbot, geg. nur für Kinder und Jugendliche, diskutiert. In der medialen und politischen Diskussion wird auch immer wieder über ein generelles Bettelverbot gesprochen. Hierbei werden immer wieder Behauptungen (“Bettelmafia”) und Vorurteile (“Armutsmigranten sind immer Roma”) laut. Es gibt kaum jemanden, der widerspricht. Am 19. September wird in Dresden eine Polizeiverordnung Empfehlungen über den politischen Umgang veröffentlicht und im Anschluss medial und im Stadtrat diskutiert werden. Die bisherige Debatte zeigte, dass die Betroffenen nicht zu Wort kommen und es zur Vermischung von “Roma” und “Betteln” kam. Den Diskutanten mangelt es an Perspektivwechsel. Der Film “Natasha” von Ulli Gladik zeigt ein sehr sensibles Porträt, lässt der Protagonistin, eine bulgarische Romni, eine Darstellung auf Augenhöhe zu.

Im Zuge der Debatte um ein so genanntes Bettelverbot wollen wir durch den Film Menschen zum Perspektivwechsel einladen und gleichzeitig Betroffene einladen, mit uns ins Gespräch zu kommen und ihnen eine Stimme geben, auch um die mediale Öffentlichkeit und den politischen Diskussionen um diese Perspektive zu erweitern. Der Film und die Diskussion mit Ulli Gladik sollen daher einmal in den Räumen des Betreiberinnenkollektivs Kosmotique e.V. und open air, auf einen Bus der Treberhilfe, dem so genannten Kältebus, projizieren. Ulli Gladik ist eine sehr erfahrene Filmemacherin und Aktivistin, engagiert sich in der Bettellobby Wien und kennt die Debatten aus ihrer Heimatstadt. Wir erhoffen uns über den Film ins Gespräch zu kommen und die Diskussion in Dresden um die Perspektive der Betroffenen zu erweitern.

Partner der Veranstaltung: Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen, Kosmotique e.V., drobs – die Dresdner Straßenzeitung, Treberhilfe Dresden, Bettellobby Wien, gruppe polar, Gruppe gegen Antiromaismus, FAU Dresden, Romano Sumnal – Roma-Verein-Sachsen

Hintergrund:

Die Bettellobby Dresden ist ein Netzwerk aus verschiedenen Vereinen und Initiativen in Dresden, welche sich gemeinsam gegen Bettelverbote in Dresden engagieren. Wir solidarisieren uns mit Menschen, die betteln müssen und widersprechen rassistischer Stigmatisierung, Hass gegenüber Bettelnden und Kriminalisierung von Notleidenden. Wir sagen man soll Armut bekämpfen, und nicht die Armen. Bettelverordnungen sind nur ein Mittel, um ein Grundrecht auszuhebeln. Wer in Not ist, muss das äußern können. Wer Hilfe braucht, muss darum bitten dürfen. Das ist freie Meinungsäußerung. Betteln will niemand, aber erlaubt muss es sein.
Kosmetik und Repression helfen in Notsituationen nicht. Wir brauchen Solidarität und vielfältige soziale Angebote und eine Stadt, die sich mit den Schwachen solidarisiert und genug Platz für alle hat.

Was wir wollen
. das kommende Bettelverbot verhindern.
. Betteln ist ein Menschenrecht – das verteidigen wir.
. Betteln mit Kindern will niemand, wir brauchen Angebote für die
Kinder, damit sie nicht alleine bleiben müssen, wenn ihre Eltern betteln gehen. Repression ist nur Kosmetik. Sie hilft und schützt die Kinder nicht.
. Es braucht konkrete soziale Angebote, Beratungsstellen für Betroffene und eine dauerhaft gesicherte und umfangreiche Finanzierung dieser sozialen Arbeit. Es kann nicht sein, dass immer wieder in diesem Bereich Einschnitte vorgenommen werden.
. Die öffentliche Meinung ist zu von Gerüchten bestimmt, die sich zum Teil stark rassistischer und vor allem romafeindlicher Ideen und Mythen bedient. Dem stellen wir uns entgegen. Solche Fehlinformationen sind kein Journalismus. Wir wollen aufklären und Gerüchte, die kursieren in Frage stellen.
. Bettelnde haben Rechte und wir werden Betroffene über ihre Rechte informieren und sie unterstützen bei der Durchsetzung ihrer Rechte.

Wer wir sind
Gruppe gegen Antiromaismus, Projekt Roma Respect, Romano Sumnal e.V., Treberhilfe Dresden, gruppe polar, FAU Dresden, Sächsischer Flüchtlingsrat e.V. und für weitere Initiativen und Vereine offen.

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