Kategorie-Archiv: Anarchismus

8. März: Auf zum Frauen*knast in Chemnitz!

Was machen wir so am diesjährigen Feministischen Kampftag?
Wir gehen zum Chemnitzer Frauen*knast, zusammen mit Genoss_innen der Gefangenengewerkschaft GG/BO -Soligruppe Jena. In eben diesem Chemnitzer Gefängnis hat sich vor kurzem eine Sektion der GG/BO gegründet, was wir sehr begrüßen. Die gefangenen Mitglieder der Sektion sind Mitorganisator_innen der Demo. Wir demonstrieren gemeinsam für den gesetzlichen Mindestlohn für die Inhaftierten, volle Einbeziehung in die Sozialversicherungen und komplette Gewerkschaftsfreiheit auch hinter Gittern. 8. März: Auf zum Frauen*knast in Chemnitz! weiterlesen

4.2. Soli-Veranstaltung für die FAU Dresden: Konzert, Hartz-IV-Tipps, Lesung

4.2. | 20 Uhr | Wums, Keller, Columbusstraße 2

Liebe Leute,

die FAU braucht Kohle um Materialien zu drucken. Gleichzeitig müssen wir unsere Mitgliedsbeiträge für diverse akut anstehende Betriebskonflikte zusammen halten. Dankenswerterweise haben sich diverse prekäre Bildungs- und und Kulturschaffende, nebst Technik- und Bardiensten in die Bresche geworfen um uns und euch einen netten und informativen Soli-Abend zu bescheren.

Hier das Programm:

  • 20 Uhr Einlass
  • danach Tipps und Tricks fürs Jobcenter (Kurzinput)
  • danach Lesung ‚Sahara B.‘ (Berlin, Geschichten über Goa, Elche und Revolution)
  • danach ‚Alarm!‘ (Dresden, Prop n‘ Folk, prekär, wütend, antinational)
  • danach Umtrunk bis die Streikkasse voll ist…

Wäre schön euch zu sehen, bis dahin!

28. Januar Demo in Löbtau für solidarische Nachbarschaft!

*Wir freuen uns sehr folgende Demonstration mit einem Lautsprecherwagen unterstützen zu können:*

Los gehts! Gemeinsam für eine rebellische und solidarische Nachbarschaft…

Liebe Nachbarinnen und Nachbarn, Löbtau ist ein schöner Stadtteil, viele kennen sich hier und helfen sich gegenseitig. Wir haben Grünflächen, Spielplätze, und auch einies an selbstorganisierter und spannender Kultur.

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Es bewegt sich was an den Hochschulen in Dresden!

Am vergangenen Donnerstag fand ein Treffen zwischen kritischen Studierenden und Angestellten der TU Dresden statt. Anlass waren u.a. die apolitische Haltung von Universität und vielen Studierenden, schlechte und unsichere Arbeitsbedingungen, Einfluss von Unternehmen und Sicherheitsorganen auf Forschung und Lehre und der Mangel an Räumen für kritische Bildungs- und Diskussionskultur.

Diskussionsstoff und Anregungen boten auch die Gründung der anarchosyndikalistischen/rätekommunistischen Hochschulgewerkschaft unter_bau und die Kampagne Lernfabriken meutern! 

Angenehm war die allgemein verbreitete Überzeugung, dass Interessen von Studierenden und Angestellten gemeinsam durchgesetzt werden müssen. Vor diesem Hintergrund ergaben sich auch bereits die ersten konkreten Ideen, die sich vor allem um eine erweiterte Evaluation der Probleme und ein Sichtbarwerden der Initiative drehten.

Am Donnerstag den 26. Januar wird um 16 Uhr im Wohnzimmer in der StuRa-Barracke bereits das nächste Treffen stattfinden, zu dem auch weitere Interessierte herzlich eingeladen sind. Die FAU war mit einigen studierenden und an der Uni tätigen Mitgliedern mit dabei und will den Prozess auch weiter nach Kräften unterstützen.

 

„Vor’m Sozialamt müsst ihr das machen!“ – subjektiver Bericht und Gedanken zur „proletarian parade“

Was soll das denn sein, eine Prolet_innen-Parade? Das haben sich sicher einige Leser_innen des Aufrufs zu unserer Demonstration am Freitag, dem 16.09. gefragt. Wir sind auch noch dabei, es herauszufinden.

„Vor’m Sozialamt müsst ihr das machen!“ – subjektiver Bericht und Gedanken zur „proletarian parade“ weiterlesen

Kritische Nachbetrachtung der Demo zur Erinnerung an rechte Ausschreitungen in Heidenau

oder: Vom schwarzen Blöckchen im „Drecksnest“

Am 21. August 2016 beteiligten sich viele Mitglieder der FAU Dresden zusammen mit Mitgliedern anderer syndikalistischer Organisationen in Sachsen an der Demonstration, die an die Pogrome in Heidenau vor einem Jahr erinnern sollte. Auf der Demonstration führte eine Reihe von Vorkommnissen zu großem Unmut in unseren Bezugsgruppen. Dies machte ein Einzelmitglied bereits vor Ort in aller Kürze deutlich. Wir wollen unsere Kritik hier ausführlicher, abgestimmter und fundierter an einigen Mitdemonstrant_innen aber auch an der taktischen Ausrichtung solcher Demonstrationen insgesamt üben. Eingangs möchten wir noch einmal betonen, dass es auch viel Positives an der Demonstration zu bemerken gab. Auch möchten wir uns uns hier noch einmal für die Arbeit des Vorbereitungsteams, bei den anderen Gruppen mit ihren sehr guten Redebeiträgen und bei der sehr sachlichen und eingängigen Moderation bedanken. Kritische Nachbetrachtung der Demo zur Erinnerung an rechte Ausschreitungen in Heidenau weiterlesen

FAU beteiligt sich an Besetzung der Wir-AG

Symbolbild

Solidaritätsaktion für Refugee-Unterstützer_innen in Griechenland

Heute um 16:30 Uhr besetzten ca. 25 Aktivist_innen das Abgeordnetenbüro der Bundestagsabgeordneten Katja Kipping (Die Linke). Die Basisgewerkschaft FAU beteiligt sich an der Aktion zu der stündlich Unterstützer_innen hinzu stoßen. Der Protest richtet sich gegen die Schwesterpartei Syriza in Griechenland und gegen die Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht.

Nach der gestrigen Räumung von drei Hausbesetzungen in Griechenland, die vor allem der Unterstützung geflüchteter Kolleg_innen dienten, besetzten Anarchist_innen in Thessaloniki die Parteizentrale der verantwortlichen Partei Syriza. Das Internationalistische Zentrum Dresden berichtete über den Fall und rief zu Solidaritätsaktionen auf. Dieser Aufforderung schlossen sich Gewerkschaftsmitglieder, Anarchist_innen und Antiautoritäre an und besetzten die Wir-AG.

Die Besetzer_innen fordern Syriza u.a. zur Rücknahme aller Maßnahmen, zur Freilassung der Geflüchteten und Unterstützer_innen und zur Erstattung des entstandenen Schadens auf. Die Linke wird aufgefordert ihre Kontakte zu nutzen und Druck auszuüben. Daneben kritisiert die FAU Dresden auch entschieden Sahra Wagenknecht, die rethorisch immer wieder in den Gewässern der AfD fischt, ohne dass dies in der Partei wirkliche Konsequenzen hätte.

Christina Schwarz (34), Sprecherin der FAU Dresden: „Verbesserungen die Not und Armut aller Menschen wirklich lindern, sind innerhalb kapitalistischer Wirtschaft nur sehr begrenzt möglich, da diese Wohlstand nur auf dem Rücken von Verlierer_innen produziert. Parteien wie die Linke und Syriza leugnen diesen Umstand und regieren deshalb im wesentlichen wie alle anderen Parteien auch. Wirkliche Veränderungen können nur als Selbstverwaltung von unten kommen. Das beste was linke Parteien heute leisten könnten wäre ihre Begrenztheit zuzugeben und als starke Opposition Selbstverwaltungsstrukturen wie besetzten Häusern den Rücken zu stärken. Aktuell werden genau diese Strukturen jedoch von Parteien sabotiert und zerstört, während mit parlamentarischem Linkspopulismus falsche Hoffnungen geschöpft, die Menschen nach der Wahl enttäuscht zurücklässt und in die Entpolitisierung oder das rechte Lager treibt.“

Referenzartikel:

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1020103.griechische-polizei-raeumt-von-fluechtlingen-besetzte-haeuser.html

https://linksunten.indymedia.org/de/node/186038

Redebeitrag: Für welches Team bei der EM?!

Mensch könnte meinen die sportlichen Vorlieben sind Privatsache, ob ich eher Klettern oder Kanufahren, Eishockey oder Handball mag, ob ich Sport nur selber mache, ihn mir nur anschaue oder ob mir Sport völlig egal ist.

Doch spätestens zur WM oder EM ist es mit dieser Privatsache dahin, die Stadt wird in einem Maß beflaggt,  wie es die Älteren hier im Osten nur vom 1. Mai unter dem DDR-Regime kennen.

Keine Bahnfahrt, kein Radio von RTL bis hin zu MDR-Aktuell,  keine Kneipe, kein Supermarkt ermöglicht es, sich nicht mit der EM zu beschäftigen.

Und selbst in der Politik kann es sich keine hoher Würdenträger_in nehmen lassen, nicht “die Mannschaft” zu bejubeln. Kurz und gut, Fußball ist an diesem Punkt längst keine Privatsache mehr, EM ist Politik und EM ist v. a. Profit.

Die EM ist ein Medienereignis, aufgebauscht bis ins Letzte. Schon die Kinder werden mit Werbung, Sammelkarten, Stickern an der Supermarktkasse etc. pp. zu ordentlichen EM-Konsument_innen gemacht. Später dann sind wir angehalten, unser sauer verdientes Geld in billig produzierten Plunder in den Farben schwarz-rot-gold zu investieren – in den Farben des Staates, der uns beim Jobcenter gängelt, der uns die Renten kürzt, der Leiharbeit immer noch nicht verbietet, der der drittgrößte Rüstungsexporteur ist, der Krieg in aller Welt schafft, der dutzende Staaten mit Freihandelsabkommen und Knebelverträgen wirtschaftlich unterjocht, der dann keine Lust auf Flüchtlinge hat, die er selbst produziert hat, der diese Flüchtlinge im Mittelmeer ersaufen lässt, in Heimen zusammenquetscht und entwürdigt, der diese Flüchtlinge in den sicheren Tod abschiebt und dessen Verfassungsschutz mordende Nazis nicht mal bemerken will, wenn er ihnen am Tatort die Tatwaffe in die Hand drückt.

Wir stecken also unseren 8,50 Mindestlohn, oder unsere 300-Zerquetschte ALGII in Tröten, Fähnchen, Trommeln, ins Bier beim Public-Viewing usw. usf. und werden belohnt mit ein wenig Ablenkung, ein wenig Abschalten, ein wenig Euphorie, ein wenig einig fühlen mit den Mitmenschen, so lange ihre Tröten, Schals und Shirts die selben Farben haben. Und im Gegenzug werden meist noch ein paar unliebsame Gesetze durchgebracht, die Römer hätten es im Collosseum nicht besser gemacht!

Und nun häufen sich die Stimmen der bürgerlichen Presse: es wird sich die französische Bevölkerung doch wohl nicht erdreisten, die schöne EM durch ihren Streik zu stören?

Es wird völlig vergessen, das dort gerade hunderttausende Menschen um ihre Lebensbedingungen kämpfen. Seit der Agenda 2010 sind in Deutschland psychische Erkrankungen, Medikamentenkonsum und vieles mehr sprunghaft angestiegen. Beachten wir nun Studien, die zu dem Ergebnis kommen, dass wer schlechter Essen muss, unter Stress, Depressionen und Belastung leidet, eine deutlich geringere Lebenserwartung hat, können wir sagen, Arbeitsgesetze wie Agenda 2010 oder loi travail bringen uns um. Wir sterben früher als wir müssten, für den Profit der Unternehmen, den Standort, die Kapitalismusfreundlichkeit der Politik!

Wenn ich mich also der EM nicht entziehen kann – weil sie keine Privatsache mehr ist, sondern allumfassende Aufforderung
alle aktuellen Probleme zu verdrängen, mir Staatsfarben ins Gesicht zu schmieren und meine Kohle in fragwürdige Produkte zu stecken –
dann wähle ich nun mein Team: Mein Team sind die Lohnabhängigen, die auf der Straße stehen, die den Müll nicht abholen, die hoffentlich dafür sorgen, dass das Flutlicht ausfällt, die für eine bessere Welt für sich selbst und auch für uns kämpfen, die die Fortsetzung der EM vielleicht sogar unmöglich machen, damit die Kolleg_innen in Europa sich wundern und merken, dass sie ihren Frust und ihre Ohnmacht
nicht auf den Kolleg_innen aus dem Nachbarland abladen müssen, sondern dass wir mit unserem Geld, statt Fähnchen zu kaufen, auch Kollektivbetriebe und schlagkräftige Gewerkschaften aufbauen können und dass die Spiele, die uns betreffen, nicht von überbezahlten Sportler_innen und Vereinen, sondern von uns selber auf der Straße und im Betrieb entschieden werden.

In diesem Sinne, vielen Dank!

DD-Löbtau: Solidaritätsdemo für Streiks und Proteste in Frankreich, Zuspruch und Angriffe

Mit 30 Menschen zog die Basisgewerkschaft FAU gestern durch Dresden-Löbtau um sich mit den Streiks und Platzbesetzungen in Frankreich zu solidarisieren. Anwohner_innen wurden dazu aufgerufen, ähnliche Streiks gegen die neue ALGII-Reform auch in Deutschland zu organisieren. Thematisiert wurden aber auch Naziangriffe im Stadtteil, wie jüngst auf der Emil-Überall-Straße. Die Demonstration selbst wurde vermutlich von Rechtsradikalen mit Eiern und Böllern angegriffen, verletzt wurde aber niemand. DD-Löbtau: Solidaritätsdemo für Streiks und Proteste in Frankreich, Zuspruch und Angriffe weiterlesen

Dienstag: Solidaritätsdemonstration mit den Streikenden in Frankreich

Dienstag, 14.06.2016, 18.00 Uhr, Start: Columbusstraße/Dresden-Löbtau
Seit Monaten wird in Frankreich gestreikt, demonstriert, werden Plätze besetzt, Raffinerien blockiert. An den Aktionen beteiligen sich regelmäßig über eine Million Menschen. Für den 14. Juni ist ein erneuter Höhepunkt dieser Aktionen und ein Generalstreik geplant. Grund ist der Versuch der Regierung, ein neues Arbeitsgesetz auf den Weg zu bringen, das in vielen Punkten mit der Agenda 2010 vergleichbar ist. Viele Menschen in Frankreich haben sich die Auswirkungen von Hartz IV, Einschränkungen der Gewerkschaftsrechte und die Minijob-Gesetzgebung in Deutschland genau angesehen und wissen was sie erwartet: Eine Zuspitzung von Ausbeutung und Prekarität. Gleichzeitig weisen sie auch immer wieder darauf hin: Der entschlossene Widerstand der Bevölkerung kann dafür sorgen, dass die Regierung Gesetze zurücknehmen muss. Es geht nicht nur um Solidarität mit den Protestierenden in Frankreich, sondern auch darum, hier Kräfte zu sammeln und sich solche Schweinereien nicht mehr bieten zu lassen; gerade in Hinblick auf die aktuell angedachten Verschärfungen der Arbeitslosengesetze in Deutschland. Wir haben aber auch noch etwas anderes gemein: Ähnlich wie in Deutschland die SPD ist es in Frankreich gerade die „sozialistische“ Partei, die versucht, die Lohnabhängigen um ihre Rechte zu prellen. Gleichzeitig spricht sich der Front National, wie hier die AfD, für einen noch härteren Kurs gegen die Lohnabhängigen und zugunsten der Spitzenverdiener_innen und Großbesitzer_innen aus. In beiden Ländern versuchen die Rechtsradikalen einen autoritären und turbo-kapitalistischen Kurs durchzusetzen, indem sie die Lohnabhängigen anhand von Herkunft, Religion oder Sexualität gegeneinander aufhetzen. Die Streikenden in Frankreich erteilen den Freund_innen der Ausbeutung eine klare Absage und solidarisieren sich immer wieder u. a. mit Migrant_innen und anderen diskriminierten Kolleg_innen.

Wir wollen mit einer spontan geplanten Demo auf unsere Nachbar_innen und Kolleg_innen zugehen, sie auf die Proteste hinweisen und ihnen Mut machen, sich auch hier vor Ort Strukturen zu schaffen, mit denen wir uns gegen unsere Entrechtung zur Wehr setzen können. Wir wählen Löbtau als einen der ärmsten Stadtteile Dresdens aus, in dem seit Jahren Menschen aus ihren Häusern verdrängt werden und in dem gleichzeitig Rechtsradikale von AfD bis hin zu Hooligans immer wieder versuchen, eine solidarische, kämpferische Nachbarschaft unmöglich zu machen. Kommt bunt, kommt kreativ, kommt zahlreich zu einer kurzen und kraftvollen Demo durch Löbtau am Dienstag den 14. Juni um 18 Uhr auf der Columbusstraße!

Eure FAU Dresden