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Diese Woche zwei Demonstrationen gegen Ausbeutung und für eine gerechtere Gesellschaft!

Freitag und Sonntag erwarten uns zwei entschlossene Demonstrationen gegen den leider alltäglichen, kapitalistischen Irrsinn. Am Freitag heißt es „In Bewegung kommen! Für eine anarchistische und solidarische Gesellschaft!“ Los geht es um 17 Uhr an der Ecke Rudolfstraße/ Fritz-Hoffmann-Straße, 5 Minuten vom Bhf Neustadt entfernt. Gemeinsam werden wir Knast, Patriarchat, die Missstände in verschiedenen Branchen und die diesbezügliche Gegenwehr thematisieren. Im Anschluss gibt es Essen und Bar im Hausprojekt Wums um die Demo auszuwerten und sich zu vernetzen.

Am 30. April wird dann auch die FAU Jena ein Zeichen für den anhaltenden Kampf um eine befreite Gesellschaft jenseits von Kapital und Staat setzen. Der Aufruf „Für mehr Werktagsmilitanz!“ setzt sich dabei auch mit den anhaltenden Nazimobilisierungen am 1. Mai auseinander und kündigt an verschiedene Schauplätze von Ausbeutung und Organisierung in Jena zu besuchen. Wir unterstützen diese Demonstration von Dresden aus mit einem Zugtreffpunkt 10:45 Uhr am HBF Dresden.

Eingebettet sind beide Mobilisierungen in die Kampagne „Für einen libertären Frühling“ die bereits mehrere Veranstaltungen umfasste und auch mit dem 30. April noch kein Ende gefunden hat. Noch stehen nicht alle Veranstaltungen fest. Bleibt informiert unter: lfdd.blogsport.eu/termine

Zwei FAU-Demos und ein Block an vier Tagen

Am Donnerstag und Freitag fanden jeweils eine Demonstration der FAU Dresden statt. Hier ein kurzer Bericht über beide Demonstrationen, die beide Teil der Minikampagne „Solidarität statt Ausgrenzung – Für einen libertären Frühling!“ waren. Im Anschluss folgt ein kleiner Ausblick auf die nächsten Tage.

Demo durch Löbtau und Gorbitz – Workers Memorial Day

Ca. 30-40 FAU-Mitglieder und Sympathisierende trafen sich am Donnerstag um den Opfern der kapitalistischen Produktionsverhältnisse zu erinnern und um anschließend durch zwei der prekärsten Viertel Dresdens zu ziehen und anarchosyndikalistische Inhalte auf die Straße zu tragen.

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Demonstrationen am 28. April und 1. Mai – Für einen libertären Frühling!

Solidarität statt Ausgrenzung

“Revolutionäre Abeit soll nicht auf der Idiotenwiese stattfinden. Die Idiotenwiese ist der Freiraum, den das herrschende System für politische Tätigkeit nach Feierabend zur Verfügung stellt: Parteiversammlungen, Wahlzirkus und notfalls auch mal die Straße für Demonstrationen. Revolutionäre Arbeit soll vielmehr gerade in dem Bereich stattfinden, der für freie, politische Betätigung tabu ist: am Arbeitsplatz, im Betrieb!” – Berni Kelb – Betriebsfibel

Mit diesem Aufruf wollen wir verschiedenste Aktionen der libertären Basisgewerkschaften rund um den 1. Mai bewerben. Einen libertären Frühling können wir dabei wahrlich gebrauchen. Von verschiedensten Seiten liegen mittlerweile viele gute Analysen über den aktuellen Rechtsruck und die Großangriffe auf die soziale Sicherheit der Lohnabhängigen in Deutschland und Europa vor.¹ Die Linke müsse wieder in die Initiative kommen, heißt es allerorten. Immer mehr Gruppen und Autor_innen stimmen außerdem zu, dass eine radikale Linke die verschiedenen sozialen Kämpfe zusammen denken und wieder an die Bedürfnisse der breiten Masse der Lohnabhängigen anknüpfen muss. Wie dies zu geschehen hat, wird dagegen i. d. R. äußerst vage skizziert.

Diese Konzeptlosigkeit spielt rechtsradikalen Akteur_innen von AfD über Pegida bis hin zum „III. Weg“ in die Hände. Mit mehr oder minder revolutionärer und antiparlamentarischer Rethorik punkten sie bei jenen, die zurecht davon überzeugt sind, dass sie von CDU bis Linkspartei keine Perspektive auf ein gutes Leben zu erwarten haben.

Dass diese rechte Rethorik greift, obwohl oft im wesentlichen Grundsatzpapiere der sächsischen CDU wiederholt werden, dass Erwerbslose und Prekarisierte in Massen die AfD wählen, obwohl diese klipp und klar ankündigt, diesen zugunsten der Eliten und Unternehmen in den Hintern zu treten, zeigt, dass in Selbstverständnis und Bildungsanspruch der Lohnabhängigen ebenfalls äußerst viel schief liegt.

Die großen Fragen lauten daher: Wie verorten wir uns eigentlich als radikal linke Lohnabhängige? Hört unsere Einstellung beim Eintritt in den Betrieb, in die Uni, ins Jobcenter auf? Inwieweit helfen wir unseren Kolleg_innen mit unseren Strukturen im Alltag, um ihnen eine Idee von inklusiver² Solidarität und praktische Anknüpfungspunkte für ein besseres Leben aufzuzeigen? Wie etablieren wir ein neues, kritisches Klassenbewusstsein, das den Anspruch beinhaltet sich zu bilden und sich nicht verarschen, für nationale Projekte oder die parlamentarische Märchenstunde einspannen zu lassen? Und welchen Organisationsformen bedarf es, um wieder ins Gespräch zu kommen und gleichzeitig die politische Wirkmächtigkeit zu erhöhen, v. a. wenn wir uns nicht wieder dem parlamentarischen Wahnsinn anbiedern wollen?

Die Region Ost der FAU gibt hier ein wenig Hoffnung, in Jena, Chemnitz, Erfurt, Halle, Rostock, Potsdam, Berlin, Leipzig und Dresden kämpfen wachsende FAU-Syndikate für mehr soziale Gerechtigkeit im Alltag und eine libertäre Gesellschaft.

Diese Fragen sind für uns als FAU Dresden aktuell zentral und auch Grundmotiv für unsere Aktionen am 28. April und dem ersten Mai. Wir denken nicht, dass Demos die Welt verändern, wir denken aber, dass Demonstrationen ihre Berechtigung als Platz für Meinungsaustausch, Diskussion und die Darstellung von Positionen haben. In diesem Sinne laden wir euch ein, mit uns auf die Straße zu gehen! Demonstrationen am 28. April und 1. Mai – Für einen libertären Frühling! weiterlesen